Leserbrief an die GNZ zum Artikel des Chefredakteurs der Zeitung Thomas Welz über den „Aufstieg“ der Grünen

Der AfD-Kreissprecher Dr. Wolfram Maaß kommentiert in einem Leserbrief den Artikel „Die bürgerliche grüne Mitte“ vom 31. Mai, in dem sich der GNZ-Chefredakteur Thomas Welz nach der Europawahl mit dem „Aufstieg“ der Grünen befasst.

Sehr geehrter Herr Welz,

in Ihrer Wahlanalyse „Die bürgerliche grüne Mitte“ resümieren Sie die Gründe, warum gerade die „Grünen“ bei der Europawahl so erfolgreich waren und es möglicherweise auch bei den Kommunalwahlen 2021 sein werden. Interessant!

Ich vermisse aber, dass Sie einen der wichtigsten Gründe, der diese Partei wieder einmal nach oben gespült hat, überhaupt nicht erwähnen, nicht einmal andeutungsweise.

In den letzten Wochen vor der Wahl, aber auch bereits in den Monaten davor, wurde das Thema Klimarettung in allen Medien, Fernsehen, Radio, Zeitungen (natürlich auch in der GNZ) und Online in einer an Totalpropaganda erinnernden Art und Weise der Gesellschaft Deutschlands in das Bewusstsein gepresst und vor allem auch in das Unterbewusstsein.

Als ob es in Deutschland keine anderen Probleme gibt. Kinderarmut, Altersarmut, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, vor allem durch den Zustrom der hohen Zahl von Einwandern erzeugte Wohnungsnot, Zinsverluste für unsere Sparer, die sich etwas für den Lebensabend zurücklegen wollten und wollen und so weiter.

In den Talkshows vor der Wahl überschütteten vor allem die Vertreter der Grünen die Zuschauer mit Vorschlägen, wie wir in Deutschland das Klima der Welt retten sollen und müssen. Als rational denkender Mensch haben mir die Haare zu Berge gestanden. Kein, aber auch gar kein Verständnis der Vertreter dieser Partei war zu erkennen für ökonomische und technische Zusammenhänge. Keine Erklärung, wieso grade Deutschland mit einem CO2 Ausstoß im unteren einstelligen Prozentbereich im weltweiten Vergleich irgendeinen signifikanten Einfluss auf das Klima nehmen könnte. Dafür die klare Ansage, dass man die Maßnahmen zur Not durch Gesetze erzwingen müsse, das Markenzeichen dieser Verbots – Partei. Und da Sie ja vor allem auch über die ehemaligen Volksparteien CDU und SPD reden – aus Mangel an irgendwelchen für unser Land so wichtigen Strategien, wie die oben genannten Probleme zu lösen wären, lassen sich vor allem diese beiden Parteien auch jetzt nach der Wahl weiter von den Grünen mit dem Thema der Klimarettung am Nasenring durch die Arena ziehen.

Der Seitenhieb auf die AfD in Ihrem Artikel gehört wohl inzwischen zum selbstverständlichen Standardrepertoire jedes Journalisten. Aber geschenkt. Natürlich wartet auf die AfD des MKK die große Aufgabe, Menschen zu finden, die sich bereit erklären, ab 2021 für uns in aller Öffentlichkeit einzutreten.

Als ich 1978 vom DDR-Staatsapparat endlich die Erlaubnis bekam, in die Bundesrepublik Deutschland auszureisen, war ich voller Erwartung und glücklich, in einem demokratischen Staat leben zu dürfen, in dem die im Grundgesetz garantierten Menschenrechte ernst genommen und gelebt werden.

Heute sagen mir viele Menschen, vor allem wenn sie im Berufsleben stehen, dass sie gerne in die AfD eintreten würden und sich auch gerne für uns kommunal engagieren würden. Aber sie könnten das nicht tun, da sie Schikanen in ihrem Betrieb befürchten, Angst vor Einkommensverlust und sogar Entlassungen oder vor Angriffen auf die eigene Person und das Privateigentum haben.

Genau das ist aber inzwischen ein Teil der Realität in Deutschland, auch im Main-Kinzig-Kreis. Die Freiheit, eine – sicher für die Betroffenen oft auch unangenehme – Meinung frei zu äußern, wird zunehmend zum persönlichen Risiko. Sie werden verstehen, dass mich das zutiefst erschreckt.

In einem Buch von Christian Bommarius las ich kürzlich den Satz „Fehlt den Bürgern das demokratische Bewusstsein, fehlt der Demokratie die Substanz.“ Als Optimist hoffe ich, dass dieses Bewusstsein für Demokratie und für die vor allem im ersten Abschnitt unseres Grundgesetzes vor 70 Jahren festgeschriebenen Prinzipien in unserem Land nicht weiter verloren geht.

Es wäre aus meiner Sicht für eine Analyse, wie die Ihre, nötig gewesen, diese beiden Aspekte anzusprechen.

Mit freundlichem Gruß

Dr. Wolfram Maaß
Sprecher der AfD des Main-Kinzig-Kreises

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