AfD des MKK fordert Lockerung der Kontaktbeschränkungen für Verwandte 1. Grades und Kleinbetriebe

Ansteckungsgefahr im Kreis nur noch extrem gering!

Gelnhausen. Auf Bundes-, Landes- und auch auf kommunaler Ebene wird zur Zeit über Lockerungen der drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona – Infektionen verhandelt. Die AfD-Fraktion des Main-Kinzig Kreises fordert nun angesichts der inzwischen extrem gesunkenen Ansteckungsgefahr die Kreisspitze auf, sich für die Aufhebung der Kontaktbeschränkungen für Familien und Verwandte ersten Grades, für eine angemessene Öffnung von Gaststätten und für die Normalisierung des Betriebes von noch immer betroffenen kleinen Mittelstandsbetrieben und Geschäften bei der Landesregierung einzusetzen.

Die Sensibilisierung für notwendige Hygienemaßnahmen ist inzwischen bei Betroffenen so groß, dass eigenverantwortliches Verhalten selbstverständlich ein sollte. Die AfD-Fraktion ist weiterhin überzeugt, dass weitergehende Lockerungen auch im ländlichen Bereich des Kreises möglich und nötig sind, da die Infektionszahlen dort besonders niedrig sind.

Bei ihrer per Videokonferenz durchgeführten Sitzung der AfD-Fraktion des MKK analysierten die Teilnehmer u.a. die durch die Corona Erkrankungen im Kreis entstandene Situation. Die Fraktion hatte Ende Januar eine Anfrage zur „Gefahr durch Coronavirus“ an den Kreisausschuss gestellt, in der auf das Risiko einer Pandemie hingewiesen wurde.

Mit den Fragen sollte geklärt werden, inwieweit der Kreis auf diesen Fall vorbereitet ist. Die innerhalb eines Tages vorliegende Antwort lautete, dass Präventionsmaßnahmen vorgenommen und durchgespielt worden seien und dass es einen Maßnahmenplan in Abstimmung mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration gäbe. Gesundheitsamt, Gefahrenabwehrzentrum und Rettungsdienst seien beteiligt. Ähnlich wie auf Landes- und Bundesebene wiegte man sich Ende Januar in Sicherheit und vermittelte das so auch den Bürgerinnen und Bürgern im Kreis.

Als die Infektionszahlen und die der Epidemie zugeschriebenen Todesfälle in Deutschland exponentiell in die Höhe schossen – ein drohendes Desaster wie in Italien konnte nicht länger ignoriert werden – musste in Deutschland und auch hier im Kreis rigoros die Notbremse gezogen werden. Ende März wurde unübersehbar, dass die Antwort der Kreisspitze in keiner Weise der Realität entsprochen hat. Der Mangel an Desinfektionsmitteln, Schutzmasken und Schutzbekleidung für die Kliniken und die niedergelassenen Ärzte war unübersehbar und konnte nur punktuell durch Angreifen eiserner Reserven durch den Kreis ausgeglichen werden. Versprochene Hilfe durch Bundesminister Spahn blieb offenkundig in dieser kritischen Phase völlig aus.

Die Notbremse gegen die exponentiell ansteigende Zahl an Infektionen bestand im Wesentlichen aus rigorosen und weitgehend undifferenzierten Bewegungs- und Kontakteinschränkungen für die Bevölkerung. „Es war eine Art Rundumschlag“ ist der Fraktionsvorsitzende Dr. Maaß überzeugt, „der nach der unterschätzten Dynamik der Krankheitsausbreitung notwendig war, um Schlimmeres zu verhindern. Für intelligente Lösungen war keine Zeit mehr.“ Die Maßnahmen haben gegriffen. Im MKK gibt es nur noch sehr wenige Neuinfektionen mit insgesamt stark fallender Tendenz. Die Zahl von etwas über 600 Infizierten und 30 Verstorbenen ist bei 418.000 Einwohnern des MKK äußerst gering. Ansteckungsgefahr geht ohnehin wegen der Quarantänemaßnahmen nur von infizierten Personen aus, die noch nicht als solche erkannt wurden.

Die AfD-Fraktion ist überzeugt: „Jetzt sind differenzierte und intelligente Lösungen nötig und auch durchführbar.“ Der Eindruck ist leider, dass die derzeit schrittweise eingeführten Lockerungen vor allem dort erfolgen, wo eine starke Lobby diese fordert. Gaststätten, diverse kleine mittelständige Betriebe und Geschäfte, bleiben auf der Strecke. Unberücksichtigt bleiben aber vor allem auch Familien, deren Mitglieder nicht in einem Haushalt leben, also Großeltern, Eltern und Kinder, gemeinhin Verwandte ersten Grades. Die Unmöglichkeit von Familientreffen – das wären Gruppen von etwa bis zu 10 Personen – sind für viele Menschen eine unerträgliche psychische Belastung. In den angesprochenen Personenkreisen kennen sich selbstverständliche die Menschen gut. Bei solchen kleinen Treffen ist die Wahrscheinlichkeit extrem gering, dass ein Infizierter unter den Teilnehmern ist und wäre ggf. auch leicht nachzuverfolgen. Die oben genannten Forderungen der AfD des Kreises ergeben sich als logische Konsequenz aus dieser Analyse.